Teegedicht

Wie sie hierher gekommen waren
wußten sie nicht

Benebelt waren ihre Sinne
der Geist im Schlafe
vertrocknet ihr Haar
und ihre Füße kalt

so setzten sie sich
nieder
unter einem Baume
wo es still war
bis auf den Wind

Und da sie Durst hatten
tranken sie
aus der Quelle
die heiß war

Und der Baum schenkte Ihnen
ein Blatt
was jung war
und weich

Und sie taten es ins Wasser
und als das Wasser grün wurde
tranken sie es
weil sie nicht anders konnten

Und so kam
am ersten Tage

die Klarheit

über sie
Ihre Füße wurden warm
und ihr Haar glänzte

Am nächsten Morgen
erwachte der Geist neu

Und da sie weiter tranken
träumten sie viel
Und am dritten Tage kam

die Erkenntnis

über sie
die Früchte reiften zur Weisheit

Sie erhoben sich
von diesem Platze
verneigten sich
vor dem Baum
mit großem Dank

und gingen ihres Weges

Und mit jedem ihrer Schritte
traten sie mehr aus dem Nebel

und da ihr Geist klar war

wußten sie wieder

woher
sie gekommen
und
wohin
sie gehen wollten.

(C) Marta Rose

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