Ostara – Fortsetzung folgt

So ist wohl die Natur auferstanden. Die Bäume wissen um ihren Neubeginn nach der Leere. Der Traum hört den Vögeln zu und wacht früher auf.
Auf dem Tisch liegen Brote, neben Primeln reiht sich der Hefezopf der großen Göttin, die ewiglich in Dreigestalt erscheint. Das rot gefärbte Ei fällt zuerst in ihre Hände. Sie war es auch, die mit den Hasen im Gespann aus dem Nebel kam.
Derweil duldet die Welt schweigend den letzten Schneeriesel.
Ich brauche jedes Jahr länger um den Frühling zu begreifen. Erst als ich die weißen Blütenblätter von meiner Schulter abstreife, einmal in die Walachei und zurück spaziere und kräftig nieße – erst im nächsten Atemzug lächele ich – warum eigentlich nicht –
barfuß am Fluß entlang laufen und den heiligen Boden berühren.
Müde heimgekehrt reichte mir der Postbote ein Couvert im Gehen und grinste als wüsste er um all die Dramen auf Papier. Ich schaue ihn gleichgültig an, nehme das Stück an wie sonst Werbematerial oder Wochenblätter.
Die Freude werde ich wohl noch oft verbergen müssen, dachte ich beim Hinaufgehen. Ein vergnügliches Lächeln ruft so oft zugleich Zerstörer an.
Ich las die Zeilen erst später und hörte mir selbst beim Lesen zu um die Existenz der Farben mit dem Prisma zu belegen. Die Melodie kannte weder Syntax noch Punktion, es war die Komposition des Freiraumes, des schön geformten Corpus, der bei jeder Drehung ein anderes Licht hervorbrachte und mir den Vorrat an Tinte für die kommende Zeit reichte.

Warum eigentlich nicht – den Frühling begrüßen.

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